Auflösung des Bedersdorf-Quiz

Die eingesandte Konstruktionsbeschreibung von Sebastian Pfister:

      Sehr geehrte Herren,

      Wie schön wieder einmal ein Rätsel von Ihnen. Nur schade dass ich es wohl bereits nach ein paar Minuten gelöst hatte:

      Ich ging von Ihrer Aussage aus, dass es sich nicht um Kreise handelt. Ich glaubte aber von Anfang an nicht daran dass es um kompliziertere Strukturen geht wie Parabeln und Hyperbeln, denn Hoaxversuche mit solchen Geometrien sind meines Wissens bis jetzt immer erfolglos geblieben. So würden auch sie solche Experimente unterlassen (wo es mehrere gleichzeitige Zentren gibt), vor allem wenn es dabei um eine Dokumentation geht, live gefilmt von Filmteams.

      Trotzdem: Es handelt sich ja eben nicht um ganze Kreise. welch andere komplizierte Geometrie versteckt sich dahinter? Es gab für mich also nur zwei Möglichkeiten:

      1. Möglichkeit (die sogleich ausschied):

      Sie haben mit einem konstant änderndem Radius gearbeitet. Dies wird bekanntlich möglich mit einem Rad als Zentrum, an welchem sich die Schnur (an der sich der Spurer hält), während dem Spuren abwickelt. Doch schon bei der Betrachtung der Skizze fiel mir auf, dass dazu ein riesiges Rad notwendig gewesen wäre (etwa so gross wie der Innenkreis.) Rein vom Aufwand her hätte sich das nicht gelohnt. Das Team Brunner/Hoos hatte also eine geschicktere Idee!!!

      2. Möglichkeit (Die Lösung)

      Sie haben mit einem stufenweise änderndem Radius gearbeitet! Und dabei sind Sie auf eine geniale Konstruktion gestossen:

      Verwendet dafür wird nur eine (!) Schnur, 3 Stangen (bzw. ich würde Kamerastative bevorzugen), 6 Fähnlein zur Sicherung der Fixpunkte, die bekannten Stompers, und ideal wären etwa 4-6 Personen (natürlich auch möglich mit mehr oder weniger).

      Nachdem als erstes der Innenkreis gelegt wurde, ging es daran, die sechs Randpunkte durch abtragen des Radius zu bestimmen. Diese Sechs Randpunkte am Innenkreis mussten sehr genau sein, denn nur so wir die nun folgende, perfekte Konstruktion des Meisterwerkes möglich:

      Die drei Stative werden jetzt im Dreieck (also bei jedem 2. Randpunkt) aufgestellt und die Schnur einmal um die drei Stative herumgebunden. Sie beschreibt nun die drei gleichlangen Seiten des so entstehenden Dreiecks. Die beiden Enden liegen am gleichen Stativ. Während das eine Ende befestigt wird, fängt eine Person an nach alter Manier seitwärts zu spuren. Der erste Radius der sich abträgt ist über die ersten 120 Grad eine Dreieckseite lang, dann wird er verdoppelt, und schliesslich ist die ganze Schnur frei, über eine lange Strecke, bis sie sich wieder anfängt "zusammenzurollen".

      Ich versuchte diese drei verschiedene Radien an Ihrer Skizze zu demonstrieren.

      Diese Prozedur des Spurens wird nun fünfmal wiederholt für die verbleibenden Randpunkte. Ich vermute dass es von Vorteil ist, wenn im Zentrum immer mindestens eine Person (besser 2) wacht, damit sich die Schnur richtig abwickeln und aufwickeln kann. Auch kann ich mir vorstellen, dass es geschickt wäre, die Punkte, wo die Schnur jeweils um das Stativ geht, zu markieren, damit man die Kontrolle über die Genauigkeit hat.

      Der Rest der noch bleibt ist das geheimnisvolle Stompren, für das alle ihre eigene Methoden haben. Es wäre interessant zu erfahren, wie Sie dabei vorgingen. Von innen gegen aussen? Oder einfach den schon gelegten Spuren nach (denn das Spuren nimmt wohl viel Zeit weg und zu warten bis alle 6 Spuren gelegt sind wäre Zeitverschwendung.) Trotzdem mussten die Stomper schlussendlich ja noch länger im Feld bleiben und wurden dann wie erwähnt verregnet...

      So ich hoffe sie konnten meinen Überlegungen folgen, und freue mich auf eine Antwort.

      Es grüsst Sie freundlich ein Kornkreisinteressierter vom Bodensee.