Kornkreise - Rätsel in mystischer Landschaft Rezensionen (eine Auswahl) aus: Amazon.de-Redaktion: Zweieinhalb Jahre Vorbereitung, die sich bezahlt gemacht haben: ein 150 seitiger Text-/Bildband, der in Mythos, Forschung und Fangemeinde der Kornkreise einführt. Dabei fast anrührend die Leidenschaft zweier junger Autoren, die sich so perspektivreich der »Cereologie«, der Kornkreisforschung, widmen. Nein, es darf einfach nicht aufgeklärt werden, jenes Phänomen der Kornkreise, die Jahr für Jahr großflächig, fantasiereich und auf mysteriöse Weise in den Weiten reifender Felder entstehen. Einst als Ufo-Nester gedeutet, sind die Landart-Werke heute, rund 30 Jahre nach ihrem ersten Auftreten, zu einem einträglichen Geschäft geworden und halten erstaunlich hartnäckig ihre Mystik aufrecht. Eingebettet in wunderschöne Fotografien jener "Kunstwerke mit ungeahnten Ausmaßen", beschreiben die Autoren Anfänge, Geschichte und Vermarktung der Kornkreise, lassen befürwortende, kritische und ungläubige Stimmen zu Wort kommen. So wird ein ohnehin ausgefallenes und exotisches Thema spannend und abenteuerlich dargestellt. Hier wurde höchst fleißig recherchiert, viele Informationen lassen sich ergänzend im Internet nachlesen. Zugegeben, bei der Lektüre des Buches muss vor Ansteckungsgefahr fürs Thema gewarnt werden! Dem »Klammergriff« der Esoterik und Ufologie sollte das Thema entrissen werden, das ist mit großem Augenzwinkern und der liebevollen, breit angelegten Aufarbeitung des Themas auch gelungen. Dennoch werden die, die dem Kornkreisboom wie unter Drogen stehend erliegen, nicht verteufelt oder verlacht: »Allen gemeinsam ist die Sehnsucht nach Spiritualität in unserer... hoch technisierten Welt.« So bleibt es letztlich ganz egal, ob »nachtaktive Rentner«, betrunkene Studenten oder doch vielleicht außerirdische Wesen die Kornkreis-Erschaffenden sind, sie sind einfach schön, wie aus einer anderen Welt, und lassen unserer Fantasie unendlich freien Lauf, ist das nicht schon Existenzberechtigung genug? Barbara Wegmann aus: »CENAP-News«: Das Ende des Kornkreis-Mysteriums naht, weil alle Fragen beantwortet werden Sie erinnern sich an Mel Gibson und sein erfolgreicher Kinofilm SIGNS, die die Kornkreise aufgriffen? Im Sommer 2002 waren die Piktogramme wieder einmal ein Thema in den Medien des Landes. Oftmals ziemlich schräg dargestellt und die Wirklichkeit hinter den Zeichen im Weizen kaschiert um Sensationen liefern zu können. Sabei wurde einiges weggelassen, was zur Wahrheitsfindung notwendig ist. Nun wurde quasi als »Buch zum Film« SIGNS ein Band zur Annäherung an das Hintergrundphänomen der Kornkreise und Piktogramme von zwei Kornkreis-Forschern in Münchener Beust-Verlag vorgelegt. Harald Hoos und Florian Brunner veröffentlichten einen hochinteressanten und wichtigen Hardcover-Band namens »Kornkreise - Rätsel in mystischer Landschaft« zur Beendigung der Debatte um die merkwürdigen Zeichen im Korn. Der Band kostet zwar 21,90 Euro, ist aber wie selten zuvor sein Geld absolut wert. Im Buchhandelt unter ISBN 3-89530-096-9 zu ordern. Beide Autoren waren Mitte der 90er Jahre selbst glühende, atemlose Phänomen-Anhänger, doch dann schauten sie näher hin und fanden verdächtige »Brösel« im Kornfeld und nach und nach erkannten sie was in der Kornkreis-Szene läuft und was es mit den »kosmischen Hieroglyphen« auf sich hat. Die Analyse lässt keine Fragen mehr offen, ist vielleicht für einige zu enthusiastische Fans als Leser sogar frustrierend. Doch, sei´s drum, auch wenn schließlich das Kunststück der Zeichen im Korn aufgeklärt wird - man erfährt jenseits des »grenzwissenschaftlichen« einen Zugang zu einer neuen Art von Kunst, die genauso schön auch ohne esoterische Verklärung ist und wunderbar erscheint. Kornkreisvoyeure können auch nach dem Studium des Bildbandes solche bleiben - erfahren aber mehr über die Arbeit der Kornkreis-Küstler, deren Wirken man danach nur noch bestaunen kann. Gut, die »psychodelische Wirkung« verliert sich, aber das Wunder kann weiterhin ob menschlicher Leistungskraft bestehen bleiben. »Kornkreise - Rätsel in mystischer Landschaft« ist augenöffnend, logisch aufgebaut und mit der Schreibe des »gesunden Menschenverstandes« verfasst. Manchmal kann man sogar über den Quatsch den Kornkreis-Enthusiasten verzapften lächeln. Die Querverbindungen zu weiteren anomalistischen Glaubensvorstellungen sind auch für mich elektrisierend gewesen. »Das wahre Phänomen zeigt sich nicht in seiner Entstehung, sondern in der Wirkung der Kreise«, schreiben die Autoren um nachzuweisen, wie sehr das Phänomen hauptsächlich in unseren Herzen wirkt. Wer die History der Kornkreise von ihrem Anbgeinn an mit wachen Augen beobachtet und analysiert hat, dem kann kaum entgangen sein, dass es sich bei diesem, wie auch bei anderen Phänomenen aus dem Bereich der Grenzwissenschaftn im weitesten Sinne um eine Art Ersatzreligion handelt, auf die viele Gläubige ihre Sehnsüchte und tiefsten Wünsche projizieren. Hoos & Brunner machen fest: »Bei der Beobachtung der Forschungsaktivitäten drängt sich uns immer wieder der Eindruck auf, dass es hier nicht darum geht, Strukturen zu hinterfragen und Licht ins Dunkel des Phänomens zu bringen, sondern ein Gerüst zu bauen, das den Mythos Kornkreis stützt und aufrechterhält.« Zudem erkannten sie themenübergreifend: «Die Initiative zur Kornkreisforschung geht fast ausschließlich von den Anhängern jener These aus, die die Kornkreise als übernatürliche Phänomene begreift. Aus diesem Umstand resultiert, dass das Forschungsergebnis quasi schon vorgegeben ist. Es wird nur noch nach Beweisen gesucht, die diese Ansicht stützen. Und angesichts dieser Ausgangssituation ist es wenig verwunderlich, dass die Objektivität oft auf der Strecke bleibt.» Dies ist 1:1 übertragbar auf die UFOlogie. Die beiden Forscher bringen hierzu einige Beispiele vom Verhalten der Kornkreis-Hardcore-Fans ein und man kann ob dieser Erfahrungen betreffs angeblicher »Feststellungen« von »Rissen im Raum-Zeit-Gefüge« oder »Krümmungen des Raum-Zeit-Kontinuums« nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, so lächerlich sind sie bei genauerer Betrachtung. Als Höhepunkt des Buches liefern die beiden Autoren sogar den »Kornkreis zum Buch« mit besonderen Schwierigkeitsgraden ab und dokumentieren es. So produzierten sie »aus der Hand« heraus ein Piktogramm, ohne über Traktorspuren in ein Weizenfeld einsteigen zu können und dennoch keine verdächtige Spuren zu hinterlassen. Sie waren vom Ergebnis so begeistert, dass sie hierzu sogar ein Video mittels ihnen zur Verfügung stehender, amateurhafter Tricktechnik produzierten, welches das berühmte »Olivers Castle-Video« von 1996 zurm Vorbild hatte. Siehe unter http://www.kornkreise.de/gfv.htm Kurzum: Um den Herbst kurzweilig und erkenntnisreich zu halten - kaufen Sie dieses Buch! Werner Walter aus: »FGK-Report« 2-2002
Der Titel verpricht, was der Inhalt nicht hält. Denn es geht hier nicht um ein Rätsel, sondern um den Versuch einer Beweisführung. Die beiden Autoren lassen vom ersten Kapitel an ihre Absicht »die Faszination für Kornkreise aus dem Klammergriff der Esoterik. der Ufologie und anderer Pseudowissenschaften zu befreien« (S.13) deutlich erkennen. Was soll bewiesen werden? Ganz klar: Alle Kornkreise sind menschengemacht, alles läßt sich ganz einfach erklären, es gibt überhaupt nichts Rätselhaftes. Über 10 Kapitel hinweg bauen die Autoren ihre Beweisführungen auf. Diese läßt sich wie folgt kurz zusammenfassen: Soweit der Inhalt in den wesentlichen Punkten. Leser, die sich bisher gar nicht oder kaum mit dem Phänomen beschäftigt haben, mögen sich jetzt zufrieden zurücklehnen und aufgeklärt fühlen. Kennern der Szene wird jedoch auffallen, daß der Informations-gehalt dieses Buches vergleichsweise dürftig ist. Es gibt Informativeres: z.B: »Das Geheimnis der Kornkreise« von den beiden Schweizern W. Anderhub und H.P. Roth (2000) oder »Vital Signs« von A. Thomas in der Neuauflage von 2002 (leider nur in englischer Sprache). Was fehlt bei H. Hoos und F. Brunner? Nun, vor allem die Informationen, die ihre Beweisführung ins Wanken bringen würde. Es ist wenig zu lesen von der Geometrie und Symbolhaftigkeit der Formationen und mit kaum einem Wort wird erwähnt, daß die Komplexität mancher Formationen nicht nur eine sorgfältige mathematisch geometrische Vorarbeit sondern auch eine absolut fehlerfreie Ausführung erfordern. Statt dessen wird der Eindruck erweckt, es sei alles ganz einfach. Einfach ist in der Tat die Formation, die die beiden sozusagen als Beweis ihrer Behauptung selbst ins Korn und ins Buch (S.110) gebracht haben. Die Leser sollen es glauben und die beiden glauben es selbst: Bitte, seht her: wir können es. Also können es andere auch. Die Bebilderung des Buches paßt zur erklärten Absicht: Die wirklich atemberaubenden Formationen der letzten Jahre fehlen (z.B. das Magnetfeld, der 409er Kreis oder das Gesicht und die Antwort von Chilbolton). Es steht nicht zur Debatte, daß Menschen Formationen machen können. Die interessanten Fragen sind: Wo ist die Grenze des Machbaren? Ist es menschenmöglich, innerhalb weniger Stunden Formationen zu erschaffen, die derart groß und komplex sind, daß das Gesamtbild nur aus der Luft herab zu erkennen ist? Wie ist es möglich, eine Perfektion zu erreichen, die wir sonst nur von Computergraphiken kennen? Wie kommen z.B. Spiralen ins Feld? (perfekte Spiralen sind nahezu unmöglich freihändig zu konstruieren). Wie ist es zu erklären, daß nie jemand ein derartigiges Können unter Beweis gestellt hat, wie es die wirklich meisterhaften Formationen erfordern? Wie ist es zu erklären, daß es nur wenig bekennende Kreismacher aber so viele Formationen gibt? Die Reihe der offenen Fragen ließe sich fortsetzten. Die Autoren reißen solche Fragen erst gar nicht an, weil sie offensichtlich nicht ins Konzept passen. Mehr noch als fehlende Informationen ärgern mich Fehlinformationen. Da behaupten Hoos & Brunner, die nachgewiesenen Wachstumsanomalien der Pflanzen aus den Formationen, seien allesamt auf den natürlichen Effekt von Gravitropismus und Phototropismus zurückzuführen. Hier geht es um die Verdickung der Wachstumsknoten in den Halmen bei umgebogenen Getreidehalmen. Sie unterstellen nun den maßgeblichen Forschern einen natürlichen Effekt als ein Merkmal »echter« Formationen zu propagieren. In Wahrheit verhält es sich so, daß der führende Forscher auf diesem Gebiet, der amerikanische Biophysiker J. B. Levengood, niemals allein die Verdickung der Wachstumsknoten als ein Echtheitskri-terium postuliert hat, sondern daneben eine ganze Reihe anderer Anomalien in den Getreidehalmen feststellte, die erst in ihrer Gesamtheit auf das Einwirken einer Mikrowellenstrahlung hindeuten. Levengood forscht seit Beginn der 90er Jahre auf diesem Gebiet, hat dazu drei Studien durchgeführt und seine Ergebnisse in Fachzeitschriften wie »Science« und »Nature« veröffentlicht. Doch dazu kein Wort von den beiden, nicht einmal der Name wird erwähnt. Genauso undifferenziert werden andere wichtige Informationen abgehandelt. So ist z.B. nichts darüber zu lesen, daß selbst die berühmtesten Kornkreiskünstler - das Team der Circlemaker um John Lundberg herum - schon seit Jahren über mystische Erlebnisse bei ihren nächtlichen Aktionen berichten und deshalb das Mitwirken eines "echten" Phänomens nicht ausschließen. Ignorieren, Lächerlich-Machen, Verfälschen und Verdrehen sind bewährte Methoden die gegnerische Meinung plattzumachen. Obwohl sie das anderen vorwerfen, machen die Autoren genau das. Da wird der Eindruck erweckt, die vielen Augenzeugen ungewöhnlicher Lichterscheinungen seien nicht ernstzunehmen. Da wird so getan, als hätten die Forscher aus ihren Fehlern nicht gelernt. Da wird nichts über Zeitfenster berichtet (das sind die Zeiträume, in denen erwiesenermaßen eine Formation entstand....manchmal nur eine halbe Stunde) und nichts über das auffällige Interesse des Militärs. Kurz und gut: alles, was nicht in´s Bild paßt, findet keine Erwähnung oder wird passend gemacht. So kann man Rätsel auch lösen. Christine Reuber |